27.05.2026 CosmeticBusiness

Ende der Anti-Aging-Ära

Mintel erwartet mehr Einfachheit und Sinnlichkeit in der Kosmetik

Das Londoner Marktforschungsunternehmen Mintel sieht die Kosmetikbranche vor einem gravierenden Wandel weg vom Anti-Aging hin zu mehr Sinnlichkeit und Gesundheit. „Die Anti-Aging-Ära ist vorbei“, lautet eine zentrale Botschaft der Studie. Verbraucherinnen und Verbraucher lehnten eine auf Angst basierende Sprache, die Schönheit lange geprägt habe, ab. „Anti-Aging wirkt veraltet und negativ. Es entspricht nicht mehr der Vorstellung von Schönheit“, so Mintel. Statt die Zeit auszulöschen, wünschten sich Konsumenten eine Haut, die länger und besser funktioniert, widerstandsfähig und regenerativ ist und auf zellulärer Ebene unterstützt wird. Dabei werde die Haut nicht mehr nur als Oberfläche betrachtet, sondern als funktionales System. Produkte müssten daher mit weniger mehr leisten.

Klinische Langlebigkeit für die Haut

Der Wandel wecke das Interesse an Peptiden, biotechnologischen Wirkstoffen und regenerativen Inhaltsstoffen aus dem klinischen Umfeld. Während sich die meisten Produkte nach wie vor auf kurzfristige Korrekturen und Symptome konzentrierten, würden Verbraucher heute auf Langlebigkeit und Prävention setzen. Diese Entwicklung betreffe sowohl die Gesichtspflege als auch Haar-, Körper- und Mundpflege. Marken müssten daher den Fokus auf die Langlebigkeit der Haut richten. Grundlage der Studie sind KI-Analysen von Black Swan Data, die Millionen von Online- und Social-Media-Beiträgen auswerten. Sie werden kombiniert mit Mintels Verbraucher- und Produktdaten, darunter mehr als 40.000 weltweit erfasste Produkteinführungen im Monat. So könnten frühzeitig Anzeichen für die Nachfrage aufgespürt werden, die in den nächsten zwölf bis 36 Monaten relevant werden.

Skinimalismus statt komplizierter Routinen

Laut der Analyse treten klassische Wachstumstreiber in den Hintergrund, während Themen wie Hautgesundheit, Vereinfachung und ganzheitliche Ansätze an Bedeutung gewinnen. Ein weiterer zentraler Trend ist der Skinimalismus – die Einfachheit als neuer Standard. Nach Jahren komplexer Pflegeroutinen reduzierten Verbraucher ihre Anwendungen und setzten verstärkt auf multifunktionale Produkte: weniger Schritte, weniger Produkte, klare Rollen, mehr Effizienz und Alltagstauglichkeit. Weitere Entwicklungen zielen auf stärkere sensorische Erlebnisse statt nur auf Funktionen. Unter dem Stichwort „Sensorial Beauty“ gewinnen Textur, Duft und Anwendungserlebnisse an Bedeutung, während Beautyroutinen eher zur Entspannung und emotionalen Regulation beitragen sollen. Gleichzeitig etabliert sich mit „Metabolic Beauty“ ein Ansatz, der Hautprobleme als Ausdruck innerer Prozesse versteht, etwa beeinflusst durch Stress, Schlaf, Ernährung und Hormone. Die größte Innovationschance liegt laut Mintel darin, Beauty nicht mehr als rein kosmetische Korrektur zu sehen, sondern als Teil eines größeren Gesundheits- und Lebensstilkontexts.

Quelle: Mintel

Adobe Stock, Liubov Levytska
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