Anti-Aging auf dem Feld
InnCoCells-Projekt der EU findet Pflanzenextrakte für wirkungsvolle Hautpflege
17 Partner aus elf europäischen Ländern haben in einem EU-Kooperationsprojekt 25 Pflanzenextrakte identifiziert, die großes Potenzial für Hautpflegeprodukte mit Anti-Aging- und entzündungshemmender Wirkung aufweisen. Die pflanzlichen Inhaltsstoffe gelten als Meilenstein für die kosmetische Wirkstoffforschung, hieß es zum Abschluss des mehrjährigen Projektes. Es wurde von der EU mit 7,9 Millionen Euro gefördert und vom finnischen VTT Technical Research Centre koordiniert. Zu den Partnern gehörten Universitäten, Forschungsinstitute sowie mehrere Unternehmen und Branchenorganisationen. „Die Ergebnisse zeigen, wie Natur und Wissenschaft zusammenarbeiten können, um die nächste Generation kosmetischer Inhaltsstoffe zu entwickeln“, sagte Kirsi-Marja Oksman-Caldentey, InnCoCells-Koordinatorin bei VTT.
Mit Gras, Pfeffer und Basilikum
Zu den herausragendsten Entdeckungen gehören Dänisches Skorbus-Gras, der tropische Pfeffer (Capsicum chinense) und Basilikum-Haarwurzel-Extrakte. Dänisches Skorbus-Gras habe außergewöhnliche entzündungshemmende, Anti-Aging- und antimikrobielle Eigenschaften, die bekannte Einzelkomponenten übertrafen. Die Pfeffer-Extrakte zeigten ebenfalls starke Anti-Aging-Effekte, schützten die Hautzellen vor Stress und wiesen eine antimikrobielle Wirkung auf. Die Basilikum-Haarwurzel-Extrakte zeigten Anti-Collagenase- und Anti-Hyaluronidase-Aktivitäten, die das Potenzial bieten, die Hautalterung zu bekämpfen und die Hydratation zu unterstützen. Die vielversprechendsten Pflanzenextrakte und Naturprodukte sollen nun an Freiwilligen getestet werden. Zudem wollen die Projektpartner mit der Industrie kooperieren und Geschäftsmodelle entwickeln, um die Extrakte auf den Markt zu bringen.
Mit Luftfahrt- und Upcycling-Technologien
InnCoCells wurde 2021 gestartet, um mithilfe eines kollaborativen Screening-Ansatzes innovative pflanzliche Produktionsverfahren für die kommerzielle Nutzung zu entwickeln. Die Forschung gilt als eine der umfassendsten wissenschaftlichen Untersuchungen pflanzlicher kosmetischer Inhaltsstoffe. Mehr als 100 Pflanzenextrakte seien auf ihre Wirkungen auf 20 hautbezogene Biomarker untersucht worden. Dafür setzte das Konsortium Pflanzenwissenschaften, Biotechnologie und Anbaumethoden wie Gewächshaus-, Luftfahrt- und Pflanzenzellkulturtechnologien ein. Kreislaufansätze wie das Upcycling landwirtschaftlicher Nebenprodukte wurden ebenfalls integriert, um die ökologische Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Ein entscheidender Faktor war, dass die Extrakte nachhaltig mit Pflanzenzellen und Gewebekulturen in Bioreaktoren, im Anbau oder durch die Verwendung landwirtschaftlicher Nebenprodukte hergestellt werden können, hieß es.
Quelle: InnCoCells