24.08.2026 CosmeticBusiness

Vom Kaufhaus zum Influencer

McKinsey erwartet große Verschiebungen im wachsenden Kosmetikmarkt

Der weltweite Kosmetikmarkt wird voraussichtlich jedes Jahr um fünf Prozent wachsen und bis 2030 ein Volumen von 590 Milliarden US-Dollar erreichen. Das prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey in ihrem neuen Branchenreport. Das stärkste Wachstum erwarten die Experten in den Schwellenländern, insbesondere in Lateinamerika sowie Südost- und Zentralasien, wo die Nachfrage nach Kosmetik durch wohlhabendere Verbraucher steige. In Europa wird ein moderates Wachstum vor allem durch Mengenzuwächse erwartet. Mit Preiserhöhungen halte sich die Branche aufgrund der Preissensibilität der Verbraucher und eines selektiven Umstiegs auf günstigere Produkte zurück, so McKinsey.

Parfüm überholt dekorative Kosmetik

Besonders dynamisch entwickelt sich laut McKinsey die Parfümerie in allen Preisklassen. Der Duft-Markt werde bis 2030 jährlich um sechs Prozent wachsen – angetrieben von Prestige- und Nischendüften, Masstige- sowie Designer-Marken. Die Parfümerie habe die dekorative Kosmetik überholt und sei jetzt die drittgrößte Kategorie der Schönheitsbranche nach Haut- und Haarpflege. Hautpflege bleibe mit einem Anteil von 40 Prozent auch 2030 die größte Kategorie. Allerdings würden Verbraucher zunehmend preisgünstigere Marken suchen – insbesondere solche, die von Dermatologen empfohlen werden oder aus der K-Beauty stammen. Hochpreisige Hautpflege gerate dadurch zunehmend unter Druck, zumal ästhetische Behandlungen und Wellnessangebote stärker mit ihr konkurrierten. In der Haarpflege stützen im Premium-Bereich professionelle Produkte und technologische Innovationen das Wachstum, während Massenmarken sich an Premiumangeboten zu geringeren Preisen orientieren. Die Farbkosmetik gewinnt unterdessen nach jahrelangen minimalistischen Make-up-Trends wieder an Dynamik – vor allem durch das Interesse an auffälligeren Looks und hybriden Make-up- und Hautpflegeprodukten.

Vom Laden zum Algorithmus

Parallel beobachtet McKinsey Umwälzungen durch erweiterte Definitionen von Schönheit und ein verändertes Einkaufsverhalten durch Social Commerce. So gewinnen Wellnessangebote, Nahrungsergänzungsmittel und ästhetische Behandlungen an Bedeutung. Unternehmen würden zunehmend Produkte über klassische Kategorien hinweg entwickeln. Neue Akteure mit innovativen Angeboten könnten dabei gegenüber etablierten Anbietern gewinnen. Parallel verlagern sich Produktsuche und Kauf hin zu Influencern, sozialen Plattformen und digitalen Marktplätzen. E-Commerce sei mit einem globalen Umsatzanteil von 28 Prozent bereits der größte Beauty-Vertriebskanal und werde bis 2030 den größten Anteil am Marktwachstum ausmachen. In den USA seien die Beauty-Umsätze auf TikTok seit 2023 jährlich um 260 Prozent gestiegen und sollen dieses Jahr vier Milliarden US-Dollar erreichen. McKinsey erwartet, dass auch KI-Plattformen in den nächsten Jahren bis zu 35 Prozent der E-Commerce-Transaktionen beeinflussen. Traditionelle Vertriebskanäle wie Kaufhäuser und Fachhandelsketten müssten neue Wege finden, um Kunden zu gewinnen und zu binden.

Quelle: McKinsey

KI-generiertes Bild
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