28.09.2026 CosmeticBusiness

Starke Haut als beste Abwehr

Mintel sieht wachsende Chancen für Kosmetikprodukte zur Stärkung der Haut

Der Schutz der Haut hat sich laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Mintel von der Abwehr äußerer Einflüsse durch eine Art Schutzschild hin zur Stärkung der Widerstandskraft der Haut entwickelt. „Die Verwendung von Sonnenschutzmitteln hat zugenommen, Hautpflegeroutinen sind fortschrittlicher denn je“, heißt es in dem Bericht. Dennoch würden immer mehr Verbraucher ihre Haut als reaktiv und empfindlich beschreiben. Die Bedürfnisse gingen nun über den Schutz vor UV-Strahlung, Wetterbedingungen und Umweltverschmutzung hinaus. Gefordert werde eine proaktive Stärkung des eigenen Hautschutzes und keine bloße Reparatur, so Mintel. Allein für die USA beschreiben die Marktforscher erhebliches Potenzial für Produkte, die die Hautbarriere stärken. Die anhand von „Consumer Conversations“ ermittelte Nachfrage sei um 88 Prozent gestiegen. Die Zahl der Produktneuheiten habe aber mit einem Zuwachs von nur 13 Prozent nicht Schritt gehalten.

Nachfrage wächst schneller als Angebot

„Dies ist kein Trend, den Marken geschaffen und den Verbraucher übernommen haben – es ist umgekehrt“, betont Mintel. Grundlage der Analyse sei eine neue Demand & Supply-Methodik, mit der Mintel Verbraucherinteressen aus Social-Media-Daten mit Daten zu Produktneuheiten vergleicht. Klassische Themen wie Sonnenschutz seien demnach bereits ausgereift, während sich das Verständnis von Hautschutz zunehmend um Belastungen durch Umweltverschmutzung, oxidativen Stress, extreme Wetterbedingungen und blaues Licht drehe. Produkte sollen die Haut dabei unterstützen, sich an Belastungen anzupassen und zu erholen. „Marken müssen den Schutz nicht mehr nur als defensiven Vorteil kommunizieren, sondern ihn als eine Form der Vorbeugung neu definieren, um Verbrauchern das Selbstvertrauen zu geben, dass ihre Haut mit allem zurechtkommt, was das moderne Leben ihr entgegenwirft“, sagt Mintel-Analyst Andrew McDougall.

Hautbarriere wird zum Hauptargument

Laut der Auswertung verwendet zwar jedes dritte der 2026 neu eingeführten Hautpflegeprodukte Aussagen zur Hautbarriere. Meist stehe aber nur der Sonnenschutz im Vordergrund, während die Unterstützung der Hautbarriere nur als ein zusätzlicher Nutzen kommuniziert werde. Beispiele für eine Hervorhebung der Barriereunterstützung als Hauptversprechen seien Produkte von Clarins und Susanne Kaufmann. Neben klassischen Cremes könnten auch Seren, Sprays und Sticks eingesetzt werden. Besonders stark wuchs laut den Daten das Interesse an Serumsprays, gefolgt von Zwei-Phasen-Kapselcremes aus der koreanischen Hautpflege und feuchtigkeitsspendenden Balsams. Als Wirkstoffe mit Wachstumspotenzial nennt die Analyse insbesondere Carnosin, Ergothionein, Ectoin und hypochlorige Säure.

Quelle: Mintel

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