14.01.2026 CosmeticBusiness

Papier statt Plastik

Initiative „Pulp in Action“ stellt Zellulose-Kosmetikverpackungen vor

Das internationale Konsortium „Pulp in Action“ hat erstmals funktionsfähige papierbasierte Verpackungsprototypen für die Kosmetikindustrie vorgestellt. Nach rund drei Jahren Entwicklungsarbeit präsentierten die Partner unter anderem eine wasserfeste Duschgel-Tube aus Papier, einen 500-Milliliter-Nachfüllbeutel aus Zellulosefasern, der mehrere Falltests aus einem Meter Höhe überstanden hat, sowie Musterbecher und Portionssachets mit einem Papieranteil von bis zu 85 Prozent. Nach Angaben der Projektpartner erfüllen die Prototypen zentrale Anforderungen an Stabilität, Transportfähigkeit und Produktschutz und zeigen, dass papierbasierte Materialien als recycelbare, erneuerbare und damit umweltschonende Alternative zu Kunststoffverpackungen möglich sind.

Biobasierte Beschichtungen als Barriere

Ziel des Projekts sei es gewesen, die porösen Eigenschaften von Papierfasern so zu verändern, dass sie den Schutzanforderungen hochwertiger kosmetischer Formulierungen gerecht werden. Solche Barriere-Eigenschaften gegen Feuchtigkeit, Öle und Fette, die bisher vor allem Kunststoffe leisten, hätten mithilfe biobasierter Beschichtungen erzielt werden können. Die Ergebnisse belegten, dass Lösungen aus Papier nicht nur nachhaltig sind, sondern sich auch industriell skalierbar umsetzen lassen. „Unser Projekt zeigt das Potenzial von Zellulosefasern, die sich von einem porösen Material zu einem funktionalisierten Material und von einer einfachen 2D-Folie zu einer 3D-Verpackung entwickeln lassen“, sagte Clémence Mazeron, F&E-Projektmanagerin bei Gascogne Flexible.

Auf Prototypen folgt Markenintegration

Die Innovationen könnten schon bald die Art und Weise, wie Shampoos, Lotionen und Gele verpackt bzw. Nachfüllpackungen für die Körperpflege gestaltet werden, grundlegend ändern. Mit den Neuentwicklungen will das Konsortium den Übergang zu recyclingfähigen, erneuerbaren Verpackungssystemen in der Kosmetikbranche beschleunigen und die ersten Lösungen in ihre Markenstrategien integrieren. Neben technischen Fragen spielt dabei die Akzeptanz der Konsumenten eine große Rolle, da papierbasierte Verpackungen neue Anforderungen an Design, Haptik und Nutzung mit sich bringen. „Die Fantasie der Verbraucher zu gewinnen, ist heute die zentrale Herausforderung der ökologischen Transformation“, sagte Géraldine Poivert, CEO und Mitbegründerin des Beratungsunternehmens (RE)SET, das die Initiative leitet. Das Konsortium „Pulp in Action“ besteht aus mehr als 50 Unternehmen aus den Bereichen Verpackung, Kosmetik, Materialwissenschaft und Nachhaltigkeit darunter Chanel, L'Occitane, L'Oréal und Shiseido. Vor drei Jahren haben sie sich das Ziel gesetzt, funktionale und attraktive Verpackungen aus Papier zu entwickeln.

Quelle: Pulp in Action

(RE)SET, Pulp in Action
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