24.03.2026 CosmeticBusiness

Packung als QR-Code

Fraunhofer IAP bündelt Produktpass und Markenschutz im SmartID-Code

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam hat ein System vorgestellt, das herkömmliche Produktinformationen, Daten für den digitalen Produktpass und eine Echtheitsprüfung in einem fälschungssicheren QR-Code bündelt. Die Lösung richtet sich an Unternehmen, die neben der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen auch den Produktschutz und die Rückverfolgbarkeit sicherstellen wollen. „Nach fast 50 Jahren geht der klassische Strichcode langsam in Rente. Ab 2027 sollen ihn 2D-Barcodes wie QR-Codes ergänzen“, erklärt das Institut. Hintergrund seien neue gesetzliche Anforderungen der EU, da Produkte und Verpackungen künftig deutlich mehr Informationen tragen sollen als bislang, wie Produktionsdaten, Materialzusammensetzung, Herkunft und Ablaufdatum.

Oberflächenstruktur als Fingerabdruck

Mit der SmartID des IAP sollen sich die neuen Anforderungen wie auch eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Lieferkette erfüllen lassen. „Unser Identifikationssystem bindet dabei die einzigartige Oberflächenstruktur einer Verpackung oder eines Produkts in einen QR-Code ein“, erläutert Projektkoordinator Tobias Jochum. Jede Oberfläche weise einzigartige Strukturen im Mikrometerbereich auf, die nicht mit dem Auge zu erkennen sind. Ein Kamerasystem gewinne aus den Mikrostrukturen einen Fingerabdruck des Produkts, der mit der Seriennummer und Informationen aus dem digitalen Produktpass in einem QR-Code hinterlegt wird. SmartID könne einfach in die App eines Herstellers integriert und der QR-Code mit dem Smartphone gescannt werden.

Schutz gegen Produktpiraten

Der QR-Code für die SmartID wird auf die Oberfläche der Ware oder Verpackung gedruckt und dient als Baustein, um Produktschutz und digitalen Produktpass zu vereinen. Hersteller speichern die Seriennummer und den Fingerabdruck des Produkts in einer Datenbank. Bei Bedarf können der QR-Code und die Oberflächenmerkmale mit der App ausgelesen werden. Sie vergleicht den Fingerabdruck und den Code mit den Referenzdaten und prüft, ob es sich um ein Original oder eine Fälschung handelt. So können Hersteller, Handel und Kunden beim Kauf die Echtheit prüfen. Damit dient die SmartID zugleich als Instrument gegen Produktpiraterie. „Nach fünf Jahren Entwicklung und Optimierung können wir ein gebrauchsfertiges System vorstellen, das in jede Druckstraße der Welt integriert werden kann“, sagt Jochum. Erste Lizenzen seien bereits vergeben.

Quelle: Fraunhofer IAP

Fraunhofer IAP
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