Blick in die Kosmetik 2050
Croda erwartet Nachhaltigkeit, Personalisierung und Biotech als Megatrends
Das britische Spezialchemieunternehmen Croda International setzt sich für einen Ausstieg aus petrochemischen Ausgangsstoffen zugunsten von Bio-Rohstoffen, Recycling und Abfallstoffen ein. Unternehmen sollten ressourcenschonende Kohlenstoffquellen wie Abgas-Recycling und das häufig vorkommende Biopolymer Lignin in den Fokus nehmen und Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellen, heißt es in einer Trendstudie zum 100-jährigen Jubiläum des Unternehmens für Inhaltsstoffe in der Haut- und Haarpflege. Der Report ist erschienen unter dem Titel „Navigating the future of innovative ingredients – Trends shaping the next 25 years“.
Auf dem Weg zu Natur-Positiv
Ein Mangel an natürlichen Ressourcen, der Verlust der Artenvielfalt, kritische Veränderungen der Erdsysteme und extreme Wetterereignisse durch den Klimawandel gelten laut Global Risk Report des World Economic Forum (WEF) als zentrale Risiken auch für die Kosmetikbranche, so Croda. „Es ist unerlässlich, dass Unternehmen zum Natur-Positiv übergehen“, betont die Studie. Sie sollten Arten, Ökosysteme und natürliche Prozesse schützen und wiederherstellen. Die Umstellung von petrochemischen Rohstoffen auf biobasierte, recycelte und Abfallstoffe werde an Dynamik gewinnen und der Anteil der in der Kosmetikindustrie verwendeten petrochemischen Rohstoffe in den nächsten 25 Jahren deutlich zurückgehen. Croda sieht dabei Biotechnologien wie Pflanzenzellkulturen, Fermentation und marine Mikroorganismen als zukunftsfähige Produktionstechnologien. Ein Beispiel sei der Wirkstoff Luceane, der durch Biofermentation eines Meeresbakteriums gewonnen wird. „Wir sehen, dass ein großer Teil der Verbraucher nachhaltige Produkte von Unternehmen kaufen möchte, die sich verantwortungsvoll verhalten und Lösungen für den Klimawandel bieten“, so Croda.
Ultra-Personalisierung für die Welt
Zugleich sagen die Experten voraus, dass die Schönheitspflege bis 2050 zunehmend digital und personalisiert werde, indem biometrische Haut- und Haaranalysen in Echtzeit Einblick in individuelle Bedürfnisse geben. Unternehmen für Körperpflege könnten biometrische Daten nutzen, um Pflegeprodukte zu entwickeln, die auf den pH-Wert der Haut einer Person abgestimmt sind. Künstliche Intelligenz werde zugleich die Formulierungsentwicklung, schnelle Tests und Prototypenerstellung unterstützen. Hersteller müssten ihre Portfolios flexibler gestalten, um „ultra-personalisierte“ Produkte für unterschiedliche Regionen, Altersgruppen und Hauttypen anzubieten. Weitere Wachstumstreiber seien der Markt für ältere Verbraucher und die Nachfrage in aufstrebenden Regionen mit wachsender Mittelschicht. Croda International ist ein 1925 gegründetes Spezialchemieunternehmen in Großbritannien. Die Marke „Croda Beauty“ liefert Inhaltsstoffe und biotechnologische Lösungen für die Haut- und Haarpflege.
Quelle: Croda