29.10.2026 CosmeticBusiness

Beauty über Branchengrenzen

Mintel sieht die Zukunft der Kosmetik in neuen vernetzten Systemen

Kosmetikprodukte werden von Konsumenten immer weniger isoliert betrachtet, sondern als Bestandteil komplexer Beautysysteme und im Zusammenhang mit Gesundheit und Wohlbefinden gesehen. Diesen Trend beschreibt das Marktforschungsunternehmen Mintel in seinem globalen „Zukunftsreport 2027“. Statt nach einzelnen Produkten oder Kategorien suchten Verbraucher zunehmend nach Lösungen für Ziele wie gesündere Haut, besseres Altern, Regeneration oder mehr Wohlbefinden. Künstliche Intelligenz, soziale Medien und neue diagnostische Möglichkeiten beschleunigten diese Entwicklung rasant, so Mintel. Für Kosmetikmarken liege Wachstum damit nicht mehr allein im nächsten Produktlaunch, sondern in der sinnvollen Verbindung individueller Beautyangebote. Dies könnte neben kleinen Pflegeroutinen auch ein umfassender Ansatz sein, der Treatments, Technologien, Verhalten und Beratung verbindet. „Marken, die Diagnostik, Beratung, Behandlung, neue Technologien und individuelle Anpassungen zu einem Kreislauf verbinden, bleiben dauerhaft Teil der Beautyroutine“, so der Mintel-Report.

Diagnostik ergänzt Hautpflege

Hautanalysen, Gesundheits-Tracking und personalisierte Empfehlungen geben Verbrauchern laut Mintel zunehmend detaillierte Informationen über Haut, Körper und äußeres Erscheinungsbild. Gleichzeitig wachse das Interesse an professionellen und technologisch unterstützten Angeboten. So nutzten 2025 bereits 21 Prozent der 25- bis 44-jährigen Frauen in Großbritannien professionelle Gesichtsbehandlungen – nach 17 Prozent im Jahr 2023. Mehr als die Hälfte der US-amerikanischen Nutzer von Luxuskosmetik interessiert sich für Technologien aus dem klinischen Umfeld, die für Anwendungen zu Hause angepasst wurden. Für Kosmetikmarken könnten daher Dienstleistungen, Diagnostik, Abonnements, Partnerschaften und digitale Angebote an Bedeutung gewinnen. Erfolgreiche Beautymarken müssten erkennen, welche Erwartungen ganze Märkte in Bewegung bringen – wie etwa gesundes Altern, Regeneration, Resilienz, Wohlbefinden und Longevity, heißt es im Report. „Sie müssen zeigen, welchen konkreten Beitrag sie zu den Zielen der Verbraucherinnen und Verbraucher leisten.“

Hautbarriere als System

Als Beispiel für die Auflösung klassischer Kategoriegrenzen nennt Mintel die Hautbarriere. Die gezielte Unterstützung der Hautgesundheit spiele nicht mehr nur bei Hautpflege eine Rolle, sondern zunehmend auch bei Nahrungsergänzungsmitteln, Lebensmitteln sowie Haushalts- und Wäschepflege. Daten zu Onlinegesprächen in den USA zeigen etwa ein wachsendes Interesse an Nahrungsergänzungsmitteln für die Hautgesundheit. Auch beim Thema Schlaf überschneiden sich Beauty und Wellness zunehmend. Verbraucherinnen und Verbraucher könnten beispielsweise ihre Abendroutine künftig aus Hautpflege, Supplements, Getränken, Düften und weiteren Angeboten zusammenstellen. Kosmetikmarken müssten deshalb ihren Beitrag zum gewünschten Ergebnis nachweisen und Orientierung für immer komplexere Routinen bieten. „Marken, die Zusammenhänge verständlich machen, sinnvolle Systeme entwickeln und den Weg zum gewünschten Resultat vereinfachen, schaffen einen Mehrwert, den ein einzelnes Produkt kaum leisten kann“, so Mintel.

Quelle: Mintel

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