Ausgezeichnetes Verpackungsdesign
Auf der CosmeticBusiness 2026 zeigte brandpack am Beispiel der neuen Salthouse Verpackung, wie sich regulatorische Anforderungen, Markenführung und nachhaltiges Verpackungsdesign miteinander vereinen lassen. Ende Juli wurde das Projekt sogar mit dem German Packaging Award ausgezeichnet. Im Gespräch erklärt Andreas Schabert, Geschäftsführer von brandpack, warum gutes Packaging heute mehr leisten muss als gut auszusehen.
Unter dem Titel „PPWR unwrapped – Verpackungen gestalten, Recht verstehen“ gab brandpack auf der CosmeticBusiness 2026 Einblick in die Entwicklung der recyclingfähigen Flaschen für die therapeutischen Hautpflegeprodukte von Salthouse. Im Mittelpunkt stand die praktische Anwendung der PPWR inklusive der Umsetzung von Kennzeichnungspflichten und Konformitätserklärungen.
PPWR als Teil des Entwicklungsprozesses
Für Andreas Schabert ist die Auszeichnung mit dem German Packaging Award ein Signal dafür, dass regulatorische Anforderungen und gutes Design kein Widerspruch sein müssen. Entscheidend sei, frühzeitig alle Anforderungen in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. „In einer Branche, die zunehmend durch regulatorische Anforderungen geprägt ist, bleibt eines entscheidend: Relevanz. Erfolgreiche Markenführung bedeutet heute mehr als nur schöne Verpackungen – sie verbindet Markenidentität mit technischer Machbarkeit und Nachhaltigkeit“, sagt Schabert.
Die PPWR habe den Entwicklungsprozess von Anfang an begleitet. In vielen Punkten musste mit Annahmen gearbeitet werden, weil Details der Verordnung noch unklar waren. Besonders deutlich wurde die praktische Umsetzung bei der Material- und Farbauswahl. Beim Masterbatch ließ brandpack deutlich mehr Abmusterungen und Prüfungen durchführen als üblich, bevor die finale Freigabe erteilt wurde. Möglich war das laut Schabert nur durch die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kunden Murnauer Markenvertrieb und den beteiligten Lieferanten.
Vermeintliche Details spielten im Entwicklungsprozess ebenfalls eine zentrale Rolle. Für den Onlinehandel sollte eine zusätzliche Fixierung wie ein Sleeve vermieden werden. Möglich wurde dies durch eine konstruktive Lösung der Kappe sowie die ISTA-Zertifizierung. „Das Ergebnis ist eine Kappe, die sicher im Transport, einfach in der Bedienung und ästhetisch in der Gestaltung ist“, erklärt Schabert. Genau darin zeigt sich der Anspruch des Projekts: Die Verpackung soll nicht nur im Regal überzeugen, sondern auch in der Anwendung, Logistik und der regulatorischen Bewertung funktionieren.
Erfolgsrezept für gelungenes Verpackungsdesign
Der Erfolg der Salthouse-Flasche liegt damit nicht in einer einzelnen gestalterischen Idee, sondern im Zusammenspiel vieler Anforderungen. Das hob auch die Jury des German Packaging Awards in ihrer Begründung hervor: Die Verpackung für die therapeutischen Hautpflegeprodukte von Salthouse überzeugt als ganzheitliche Designlösung, die Markenidentität, Funktionalität und Nachhaltigkeit konsequent miteinander verbindet. Der fließende Übergang von Flaschenschulter und Deckel, inspiriert von der Form traditioneller Tongefäße, schafft eine unverwechselbare Silhouette mit hohem Wiedererkennungswert und differenziert die Marke deutlich im Wettbewerbsumfeld. Der bewusst abgesetzte Deckel verbessert die Ergonomie und ermöglicht ein intuitives, komfortables Öffnen. Die Flasche lässt sich für eine nahezu vollständige Restentleerung kopfüber aufstellen und der Wechsel auf einen Schraubverschluss unterstützt die Wiederbefüllbarkeit.
Aus über 200 Einreichungen gewann brandpack in der Kategorie Design. Insgesamt kürte die unabhängige Fachjury 36 herausragende Lösungen in zehn Kategorien. Die feierliche Preisverleihung findet am 19. November in Berlin statt.
Vita:
Andreas Schabert war im Unternehmen Beiersdorf global verantwortlich für Verpackungsentwicklung, Designmangement und Innovationen, bevor er mit Arne Fehlhaber die Agentur brandpack in Hamburg etabliert hat, die sich schnell einen Namen als Agentur für relevantes Marken- und Verpackungsdesign gemacht hat.