16.09.2026 CosmeticBusiness

Aufpreise akzeptiert

Verbraucher tolerieren laut Studie höhere Preise für nachhaltige Verpackungen

Die Bereitschaft vieler Verbraucherinnen und Verbraucher, etwas mehr Geld für nachhaltige Verpackungen auszugeben, ist trotz wirtschaftlicher Belastungen gestiegen. Laut einer neuen Verpackungsstudie der globalen Unternehmensberatung Simon-Kucher würden 60 Prozent der Konsumenten für nachhaltige Verpackungen leicht höhere Preise akzeptieren – sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Bereitschaft sei allerdings bei jüngeren Kunden größer als bei älteren. Während mit 83 Prozent die große Mehrheit der unter 25-Jährigen bereit sei, mehr zu zahlen, gelte dies bei den über 54-Jährigen nur für etwa jeden Zweiten. Der Abstand zwischen den Altersgruppen sei damit seit 2025 um zwölf Prozentpunkte gestiegen. „Die Altersgruppen driften auseinander – das macht Markenkommunikation und Preisgestaltung anspruchsvoller“, sagt Mark-Daniel Rentschler, Senior Director bei Simon-Kucher.

Preisaufschläge müssen gering sein

Fast jeder zweite Verbraucher erkennt nachhaltige Verpackungen vor allem an einem möglichst geringen Materialeinsatz. Klar verständliche Recyclinghinweise seien ebenfalls ein zentrales Erkennungsmerkmal, so die Studie. Offizielle Umweltlabels würden dagegen eine geringere Rolle spielen. Allerdings setzen Verbraucher dem Aufpreis für nachhaltige Produktverpackungen enge Grenzen: 30 Prozent würden – bezogen auf den Gesamtproduktpreis – höchstens fünf Prozent mehr für nachhaltig verpackte Produkte bezahlen. „Nachhaltigere Verpackungen können den Wert eines Gesamtprodukts spürbar erhöhen. Die Mehrkosten bleiben aber häufig überschaubar“, sagte Daniel Bornemann, Senior Partner bei Simon-Kucher. Hersteller sollten die begrenzte Zahlungsbereitschaft aber nicht als Hindernis verstehen.

Verbote beliebter als Pfand

37 Prozent der Befragten befürworten zudem Verbote bestimmter Einwegverpackungen und Vorgaben zur Reduktion von Leerraum. Deutlich geringer fällt mit nur 25 Prozent die Zustimmung zur Ausweitung einer Pfandpflicht auf weitere Verpackungsarten aus. „Der Preisdruck verschiebt die Prioritäten nicht grundsätzlich“, sagt Bornemann. Hersteller müssten allerdings den Mehrwert nachhaltiger Verpackungen klar vermitteln, sodass sie auch Unentschlossene überzeugen. Für die sechste Studie „Sustainable Product Packaging“ wurden im Mai dieses Jahres 2.108 Konsumenten in Deutschland zu nachhaltigen Verpackungen befragt.

Quelle: Simon-Kucher

Adobe Stock, Thares2020
Zurück zu allen Meldungen