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    Nur Kulturwandel hilft gegen Plastikmüll

    15.07.21 | 08:00 Uhr

    Studie ermittelt Barrieren, die reduzierten Verbrauch von Plastikverpackungen verhindern

    Recycling hilft, dass die wachsende Menge an Kunststoffverpackungen nicht auf Deponien oder in der Umwelt landen. Nach Meinung des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) behandelt dies jedoch nur die Symptome des Kunststoffverbrauchs. Die eigentliche Ursache ist die Abfallerzeugung. Was hindert Verbraucher aber daran, ihren Konsum von Kunststoffverpackungen zu reduzieren? Das IASS hat dies am Beispiel Lebensmittel und Getränke herausfinden wollen. Als Ergebnis ihrer Studie ermittelten die Forscher zwölf Barrieren.

    Verbraucher wissen, dass sie bequem sind

    Wenn es um die Verbraucher selbst geht, sehen diese als eine der wichtigsten Hürden ihre eigenen Einkaufsgewohnheiten an. Sie gehen eher in Supermärkte und Discounter als in Unverpackt-Läden. Sie zählen es zu ihrer Konsumkultur, dass sie beispielsweise eine große Produktauswahl zur Verfügung haben, die jedoch für den Handel mit einem Unverpackt-Konzept schwieriger umzusetzen ist. Noch dazu setzen sie auf Bequemlichkeit, so die Studie. Eigene Behälter zum Einkaufen mitzubringen, sehen sie als unpraktisch an.

    Viele der Studienteilnehmer schreiben den Kunststoffverpackungen verschiedene Vorteile zu. Sie sehen sie als hygienischer an als unverpackte Waren, bevorzugen ihre Materialeigenschaften wie Leichtigkeit, Bruchsicherheit und Reißfestigkeit. Das kommt auch den Prioritäten der Verbraucher in ihrem Alltag entgegen, wenn Eltern beispielsweise keine schweren Schulrucksäcke für ihre Kinder packen wollen, so das IASS. Schließlich stellt auch der Preis eine klare Barriere dar, denn in Kunststoff verpackte Lebensmittel sind im Allgemeinen billiger als plastikfreie Verpackungen.

    Verbrauchern wird es auch nicht leicht gemacht

    Verfügbarkeit, die Zuweisung von Verantwortung, Erreichbarkeit, Zeit und Wissen sind die vom IASS ermittelten Hürden, mit denen die Studienteilnehmer den Anteil von Markt und Handel am Problem der Plastikmengen ausmachen. So haben Verbraucher in ihren Augen oft keine Wahl, da die meisten Lebensmittel nur in Plastikverpackungen erhältlich sind. Auch sehen die Studienteilnehmer die Industrie mit in der Pflicht, Produkte seltener in Kunststoff zu verpacken. In ihren Augen sind verpackungs- oder plastikfreie Warenangebote zudem schwieriger zu erreichen, was mehr Zeit in Anspruch nimmt. Schlussendlich beobachteten die Forscher in ihrer Studie auch Unsicherheiten bei den Teilnehmenden hinsichtlich der Frage, welche Verpackungsoptionen überhaupt nachhaltiger sind als andere.

    „Damit Waren ohne Einweg-Kunststoffverpackungen und möglichst unverpackt die günstigste und bequemste Option sind, müssen wir Infrastrukturen, wirtschaftliche Anreize und politische Rahmenbedingungen ändern“, lautet das Fazit von Projektleiterin und Ko-Autorin Katharina Beyerl. Sie fordert daher grundlegende gesellschaftliche Struktur- und Lebensstiländerungen sowie einen Kulturwandel.

    Quelle: IASS, Foto: Karolina Grabowska, Pexels

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