Laut den gerade veröffentlichten Daten der weltweit agierenden Marktforschungs- und Beratungsfirma Kline & Company fielen die Umsätze der USA im Kosmetikmarkt im Jahr 2009 um 0,8%. Kein katastrophaler Absturz, meint Kline, wenn man die Marktsituation der jüngsten Vergangenheit und die letzte große Rezession von 1991 in Betracht zieht, bei der die Umsätze um 1,9% fielen. Die Daten, die in der Studie "Cosmetics & Toiletries USA 2009" veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Umsätze auf Herstellerniveau insgesamt 35,5 Milliarden USD erreicht haben.
Die Nachwehen der Wirtschaftskrise haben sowohl die Zuversicht, als auch die Kaufkraft der Konsumenten beeinträchtigt. Die Segmente Luxus- und Gerätemarkt verzeichneten die schlimmsten Rückgänge, während der Massenmarkt und der Direktverkauf es schafften, ihr Niveau zu halten.
Neben auf Preiswettbewerb ausgerichteten Produkten zeigen neue, wertorientierte Konsumenten eine Vorliebe für Produkte, die mehrere Vorteile aufweisen. Anti-Aging Wirkungen wie Hautstraffung und die Reduktion von feinen Linien und Falten sprechen immer noch Konsumenten an, die gewillt sind, hohe Preise zu zahlen. Auch Lichtschutzfaktoren sind in der allgemeinen Kosmetik beliebt geworden. Die fest etablierte Assoziation der Sonnenstrahlung mit Zeichen des Alterns motiviert sowohl Hautpflege- als auch Make-up-Vermarkter, LSF-Wirkstoffe in ihre Produkte zu integrieren. Allerdings reduziert dieser Trend die Umsätze des zweistelligen Gewinners des letzten Jahres: der Kategorie der Sonnenschutzprodukte.
Während Lippenstifte und Lipglosse in 2009 um 5,3% fielen, war es nicht, wie in 2008, das Segment Make-up, welches die Lippenstifte übertraf. Nagellack war der größte Gewinner und die einzige Kategorie, die in 2009 mit 14,3% einen zweistelligen Zuwachs erreichte. Das ist zum einen durch die Rückkehr des Nagellackes in die Modewelt zu begründen, zum anderen durch den Wechsel vom Besuch von Nagelstudios zur Anwendung zu Hause, da die wirtschaftliche Instabilität die Konsumenten dazu brachte, Salonbesuche aufzugeben. Zudem reagierten Marketingfachleute der Nagelindustrie schnell auf die Nachfrage der Konsumenten und fokussierten sich auf neue Markteinführungen, die eine breite Auswahl an neuen Produkten bereitstellten, um die rezessionsgeprüften Konsumenten einzufangen.
Die Kategorie der Parfums hat am meisten gelitten, während andere Toilettenartikel – einschließlich Körperpflegeprodukte, Rasierschaum und Deodorants – am wenigsten Einbußen zu verzeichnen hatten.
"Der mitgenommene Parfummarkt wurde im Jahr 2009 noch härter getroffen als im Jahr 2008, als wir anfingen, einen ernsthaften Abschwung festzustellen.“ sagte Nancy Mills, Branchenmanagerin von Kline’s Consumer Products Practice. „Es gibt einige Faktoren, die da zusammenkommen, z. B., dass Parfums ihre Attraktivität als Geschenk verloren haben und dass eine zu große Auswahl von Parfums die Konsumenten verwirrt. Andererseits hatten antibakterielle Handwaschgele ein großartiges Jahr, da die Umsätze durch die Schweinegrippe stark anstiegen. Es ist offensichtlich, dass praktisch motivierte Käufe und kleine Luxuskäufe die Branche während dieser sehr schwierigen Phase am Leben erhalten haben.“
Positiv ist zu vermerken, dass Naturprodukte im Jahr 2009 nicht mehr einzig im Premiummarktsegment positioniert sind, sondern sich mehr und mehr in den Mainstream Kanälen etablieren, einschließlich Massenmarkt und Direktverkauf. Allerdings sind die meisten der Naturproduktangebote nur von der „Natur inspiriert“ – obwohl sie weniger Chemikalien enthalten als konventionelle Produkte, sind sie immer noch mit synthetischen Inhaltsstoffen versehen.
Die Studie “Cosmetics & Toiletries USA 2009” deckt Daten und Informationen über Marktvolumen, Einzelhandelsumsätze, Aufgliederungen in Marktkanäle, Trends und Prognosen über 29 große Produktgruppen ab. Sie enthält detaillierte Profile von etwa 30 führenden Vermarktern und aktuelle Bulletins über neue Produkte und Entwicklungen im Unternehmensbereich. Zusammen mit einer detaillierten 2.000-seitigen Analyse haben Abonnenten über eine hoch entwickelte aber einfach zu nutzende Datenbank auch unbegrenzten Zugriff auf die Inhalte der Berichte.
Mehr Informationen unter:
www.klinegroup.com
Quelle: Kline & Company