
Aveda kontrolliert Inhaltsstoffe per Blockchain

Estée Lauders Naturkosmetikmarke Aveda will künftig auf die Blockchain-Technologie zur Überwachung ihrer Lieferketten setzen. Februar 2019 startete der in den USA ansässige Hersteller ein Pilotprojekt für Ernte und Transport von Vanilleschoten aus Madagaskar. Bis Mitte 2021 sollen die ersten Produkte mit Blockchain-kontrollierter Vanille in den Handel kommen, so das Unternehmen.
Wertvolle Zutat in unsicherem Umfeld
Für Aveda ist Vanille einer der wichtigsten Inhaltsstoffe. 125 Produkte der Marke bauen Firmenangaben zufolge darauf auf. Laut der New York Times und dem CIA World Factbook, die Aveda zitiert, gilt der Handel mit Vanille heutzutage jedoch als Brutstätte für Kriminalität und Korruption. Die Schoten haben zwischen 2013 und 2017 eine Wertsteigerung von 50 auf 600 US-Dollar pro Kilo erfahren. Damit sind sie teurer als Silber. 80 Prozent der weltweiten Ernte stammt aus Madagaskar, einem Land, das mit Korruption, instabilen Regierungsverhältnissen, einem schwachen Rechtssystem, aber auch mit massiver Abforstung zu kämpfen hat. All dies waren Gründe, die Aveda zu dem Schritt bewog, den Weg der Vanilleschoten transparent und nachverfolgbar zu machen.
Digitale Technologie für noch mehr Einsatzfelder
Dazu erhielten die 450 Bauern, mit denen das Unternehmen in Madagaskar zusammenarbeitet, einen digitalen Ausweis mit einem individuellen QR-Code. Dieser zeichnet auf, wenn die Bauern ihre Ernte bei einer lokalen Genossenschaft verkaufen. Die Information wird per Blockchain gespeichert, was sie fälschungssicher macht. Jeder weitere Schritt – wie der Transport nach Grasse in Frankreich und zum Teil weiter zur US-Fertigung nach Blaine, Minnesota – wird in der Blockchain dokumentiert. So soll diese die Qualität und Authentizität der Ware sicherstellen, wie Aveda schildert.
Im Laufe des nächsten Jahres plant der Hersteller nach eigenen Angaben, den Weg der Vanilleschoten auch für Verbraucher in einer Online-Anwendung abrufbar zu machen. Für weitere Marken von Estée Lauder soll der Nutzen der Blockchain-Technologie ebenfalls geprüft werden.
Quelle: Aveda, Foto: Adobe Stock/ Unclesam